Schwierig, schwierig…

Heute kein Material, sondern ein paar Gedanken zu meiner Arbeit. Berlin macht es einem wirklich nicht leicht. Nachdem es im letzten Jahr schon so viele Organisationsprobleme gab, geht es in diesem Jahr kunterbunt weiter. Gestern begann die erste Schulwoche mit regulärem Stundenplan in meiner Monsterklasse. Kinder der 1, 2. und 3. Klasse lernen hier gemeinsam, da wir eine inklusive Schule sind, kommen noch ein paar schwierige Kids dazu. Insgesamt 24 Schüler, naja und ich. Gestern war ich (mal wieder) komplett alleine im Unterricht, keine Doppelsteckung, kein Team-Teaching. Ich muss mich immer wieder aufs Neue fragen, wie ich all meinen Schülern mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen gerecht werden soll. Die Erstklässler haben ihren ersten Buchstabengeburtstag gefeiert, ein wichtiger Moment, weil man da die Basics für das Erlernen der Laute einführt, gemeinsam lernt, spricht, Materialien betrachtet. Gleichzeitig sitzen da aber meine 2. und 3. Klässler, die mit ihren Lernwegen starten und auch eine Einführung in ihr Material brauchen.

Sobald ich aber den Fokus bei den Erstklässlern verliere, sind die komplett verwirrt, da ein blauer Stift auch einmal wie ein Bleistift aussieht, sie noch nicht wissen (gleich wieder vergessen), das man in dem Arbeitsheft mit der ersten Seite anfängt und nicht irgendwo, was es bedeutet, Buchstaben nachzufahren, oder einfach traurig sind, weil sie Mama vermissen.

Ich bin wirklich etwas verzweifelt, da man es mit so einem System und unter diesen Voraussetzungen den Schülern einfach nicht gerecht werden kann. Ich gebe 200% und erreiche trotzdem nur 30%… Individualisierung, Arbeitspläne, selbstständiges Arbeiten ist wichtig und ein Ziel, aber man muss das alles erst einmal einführen und darf nicht vergessen, dass da kleine Menschen sitzen, die Anleitung, Anerkennung und Zeit von der Lehrperson brauchen.

Wirklich schwierig… :/

Ein Kommentar zu „Schwierig, schwierig…

  1. Ich kann dich sehr gut verstehen und ich denke, dass die Bedingungen von Jahr zu Jahr schlechter werden. Mittlerweile kann ich verstehen, dass die guten und engagierten Lehrer früher oder später das Handtuch werfen.

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